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Türkei: Heftige Zusammenstöße

Seit einigen Tagen gibt es heftige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Istanbul und mittlerweile auch in der Hauptstadt Ankara und anderen Städten, die tödlich ausgegangen sind.

Ende vergangener Woche haben einige Menschen, zum Teil ältere Menschen, Studenten und Eltern mit Kindern in Istanbul auf dem Gezi Platz demonstriert. Der Grund für die Demonstration war der Bau eines Einkaufszentrums auf diesem Platz.Quelle:Screenshot-Halk Tv

Da die Stadt schon viel bebaut ist und es wenige Grünflächen und viele Einkaufszentren gibt, haben die Menschen einen stillen Protest ausgeübt. Sie haben mit ihren kleinen Zelten auf dem Platz übernachtet, jedoch wurden sie am nächsten Morgen von der Polizei unsanft geweckt. Die Polizei ist an diese Situation sehr massiv rangegangen. Um sie von dort zu vertreiben haben sie die friedlichen Demonstranten mit Tränengas besprüht und nach Zeugenberichten wurden wehrlose Frauen ohne Grund geschlagen.

Bilder und Videos im Internet

Der Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, seit drei Wahlperioden im Amt, verstand den Ernst der Lage nicht. Trotz des Schweigens der Medien, die staatlich kontrolliert werden und diese Anweisung bekommen haben, hat sich dieser massive Polizeieinsatz dank des Internets schnell rumgesprochen, obwohl das mobile Internet um den Gezi Platz und Taksim Platz lahm gelegt wurde. Trotzdem wurden Videos und Bilder im Internet verbreitet, denn die Menschen, die rund um diesen Platz ihre Geschäfte hatten, haben ihr Internet zur Verfügung gestellt haben.

Zum Teil haben diese Menschen auch die Leute versorgt, ihnen Essen gegeben, sich um Verletzte gekümmert. Hier zeigte sich die große Solidarität der Menschen. Dieses Geschehen ist wie ein Lauffeuer um die ganze Stadt Istanbul gegangen, alle Menschen wurden darauf aufmerksam und es haben sich immer mehr Menschen um diesen Platz versammelt. Der Grund für diesen Protest war nicht mehr nur der Bau des Einkaufszentrums, sondern hatte grundsätzliche Gründe.

Quelle:Screenshot-Halk TvDie Regierung wird scharf kritisiert

Die Menschen wollten mitbestimmen was in ihrem Land passiert. Außerdem wurde auch der autoritäre Stil der Regierung hier scharf kritisiert, die immer bestimmt wo es lang geht. Das türkische Volk möchte diese Bevormundung nicht. Die Medien in der Türkei werden sehr oft zensiert und deshalb sind viele Journalisten oft im Gefängnis für ihre Berichte. Gerade deshalb entlädt sich die Unzufriedenheit der Menschen, denn diese Tatsachen dürfen in einem demokratischen Land nicht passieren.

Auf diese Menschenmasse hat die Polizei nochmal reagiert und war noch massiver, hat noch mehr geknüppelt und mehr angegriffen.  Es wurden immer mehr Tränengas, Wasserwerfer und chemische Waffen eingesetzt. Immer mehr Fotos und Videos wurden veröffentlicht. Die Lage eskalierte und es kam zu einem Teufelskreis.  Unter den eingesetzten chemischen Waffen, wie z.B. Pfefferspray, Tränengas wurde auch Agent Orange eingesetzt.

Agent Orange wurde  eingesetzt

Bei der Herstellung von Agent Orange entsteht Tetrachlordibenzodioxin (TCDD), das ein hochgiftiges Dioxin ist. Für schwangere Frauen hat es sehr schwere Folgen, denn es schädigt das ungeborene Kind im Mutterleib. Es werden Kinder mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt gebracht. Bei den Menschen treten Krebserkrankungen, Immunschwächen und noch weitere Krankheiten auf.  TCDD ist auch für die Umwelt sehr schädlich, denn es ist persistent. Sobald das Dioxin in den Boden gelangt kontaminiert es das Trinkwasser und gelangt so in den Nahrungskreislauf. Die neuesten Forschungen zeigen, dass auch nach 30 Jahren dieses Dioxin im Nahrungskreislauf vorhanden ist. Agent Orange wurde zuletzt im Vietnamkrieg eingesetzt und seitdem ist der Einsatz in den USA und in der EU verboten.

Mittlerweile hat auch die EU Erdogan und seine Regierung offiziell gerügt, jedoch leugnet Erdogan und verharmlost die Situation.  

Eine Person, der seinem Volk nicht zuhört, ignoriert, Gewalt anwendet, sollte nicht mehr lange fähig sein zu regieren. Spätestens bei den nächsten Wahlen sollten die Menschen mindestens dreimal überlegen, wen sie wirklich in der Regierung haben wollen.

Mehr als 1000 Menschen wurden festgenommen, sehr viele wurden verletzt und darunter gibt es auch Tote. Im Moment sieht es nicht so aus als ob sich die Lage in der Türkei in den nächsten Tagen verbessern wird.

Dicle Temizer- Bochum

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