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Bilanz nach einem Jahr -Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (2.v.r.), Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (2.v.l.), Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch, Amtsleiter Roland Buschhausen (l.) und Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender AOK; Foto: Zanin Seit fast einem Jahr erhalten Flüchtlinge in Düsseldorf die elektronische Gesundheitskarte. Damit können sie mit nur wenigen Ausnahmen die gleichen Leistungen wie gesetzlich Versicherte in Anspruch nehmen.

Derzeit haben rund 5.600 von der Landeshauptstadt betreute Flüchtlinge eine elektronische Gesundheitskarte. (Stand 1. März 2017).

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche zieht zum bevorstehenden Jahrestag der Einführung der Gesundheitskarte am 1. April eine positive Bilanz: "Düsseldorf hat sich der Herausforderung des Zugangs zu einer unbürokratischen und umfassenden medizinischen Versorgung der von der Landeshauptstadt zu betreuenden Flüchtlinge gestellt und sie erfolgreich gemeistert. Mit der Etablierung der Gesundheitskarte bieten wir Flüchtlingen einen direkten Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung. Seit fast einem Jahr läuft die Ausgabe der Gesundheitskarte reibungslos. Wir kooperieren hier erfolgreich mit der AOK Rheinland/Hamburg."

In Nordrhein-Westfalen war Düsseldorf eine der ersten Kommunen, die die Gesundheitskarte eingeführt hat. Die Stadt nutzt dabei die Kompetenz der Krankenkasse, damit die medizinisch erforderlichen Leistungen schnell, einfach und unbürokratisch gewährt werden können. Das Amt für soziale Sicherung und Integration prüft beim Eintreffen der Flüchtlinge in Düsseldorf, ob ein Anspruch auf Krankenhilfe besteht und meldet die Flüchtlinge bei der AOK Rheinland/Hamburg an. Diese stellt dann die elektronische Gesundheitskarte kurzfristig aus, die die Flüchtlinge im Fall einer Erkrankung dann in einer Arztpraxis, beim Zahnarzt oder im Krankenhaus vorlegen können. Bisher musste das Amt für soziale Sicherung und Integration Behandlungsscheine in Papierform ausstellen und einige Leistungen zusätzlich im Einzelfall genehmigen.

Die Behandlungskosten rechnet die AOK Rheinland/Hamburg dann mit dem Amt für soziale Sicherung und Integration unter Ausnutzung der vielfältigen Rabatt- und Prüfsysteme der gesetzlichen Krankenkassen ab. Die Landeshauptstadt erhofft sich deshalb neben der verbesserten Versorgung langfristig auch wirtschaftliche Vorteile durch die Gesundheitskarte. Erste Schritte zur Evaluierung sind bereits angelaufen.

Die Flüchtlinge können alle Angebite des Systems nutzen

Die AOK Rheinland/Hamburg und die Stadt Düsseldorf blicken zuversichtlich in die Zukunft, was die Digitalisierung des Datenaustauschs für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) angeht: Durch eine digitalisierte Datenübernahme können Schnittstellenabläufe optimiert und der erhebliche Aufwand manueller Eingaben reduziert werden. Dadurch erhalten die Flüchtlinge einen vereinfachten und diskriminierungsfreien Zugang und können fast alle Angebote des Gesundheitssystems nutzen. Vor allem Kinder und behinderte und schwer kranke Menschen profitieren davon. Besondere Bedeutung bekommen in diesem Zusammenhang auch die Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen zur Vermeidung oder Früherkennung von Krankheiten.

Vor Einführung der elektronischen Gesundheitskarte konnten die Leistungsberechtigten mit den verwendeten Quartalskrankenscheinen ärztliche Leistungen nur zur Behandlung akuter Erkrankungen und die medizinisch gebotenen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Ergänzende Leistungen bedurften weiterer Prüfungen.

Gute Zusammenarbeit zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der Stadt Düsseldorf

"Genau dies war eines unserer vorrangigen Ziele mit Einführung der Gesundheitskarte: Dass Flüchtlinge wie jeder andere Mensch auch im Krankheitsfall direkt notwendige medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können. Dies ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit. Eine gute medizinische Versorgung hilft, schwere Krankheitsverläufe und Folgeschäden zu vermeiden, die langfristig zu höheren Kosten führen und auch die Integration in den Arbeitsmarkt erschweren könnten. Düsseldorf hat die Chancen, die auch für sie als Stadt selbst in der Gesundheitskarte stecken, früh erkannt und in vorbildlicher Weise genutzt", so Ministerin Barbara Steffens.

Durch die gute Zusammenarbeit zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der Stadt Düsseldorf konnte erreicht werden, dass leistungsberechtigte Personen bei Bedarf auch für kürzere Zeiträume bei der Krankenkasse angemeldet werden können. Auch im Fall der Beendigung eines Meldeverhältnisses sorgt die Kommune zeitnah dafür, dass die noch gültige eGK an die Krankenkasse übermittelt wird, so dass kein Risiko für eine fehlerhafte Weiternutzung besteht. Anhand der derzeit vorliegenden Abrechnungen ist eine missbräuchliche Nutzung in keinem einzigen Fall feststellbar. Zu konkreten Daten und Fakten hinsichtlich der Frage, wie sich die eGK für Flüchtlinge finanziell auswirkt, werden die AOK Rheinland/Hamburg und die Stadt Düsseldorf voraussichtlich im kommenden Jahr Auskunft geben können.

"Auch wenn noch kein komplettes Jahr bilanziert werden kann: Die eGK ermöglicht einen schnellen, direkten und unbürokratischen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Aus unserer Sicht ist dies auch ein wichtiger Beitrag zur Integration der geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft. Insbesondere Impfungen sowie Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen stellen wichtige Weichen für ein gesundes Aufwachsen und Leben. Erkrankungen können dadurch vermieden beziehungsweise frühzeitig behandelt werden", erläutert Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Muhabirce/ DÜSSELDORF

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