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DITIB fordert Deeskalation und Rückkehr zu Sachthemen

DITIB fordert Deeskalation und Rückkehr zu Sachthemen Die Türkisch-Islamische Union DITIB hat am Abend des 4. Januar 2019 im Rahmen seiner 17. Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. DITIB möchte mit diesem Schritt die seit nahezu drei Jahren andauernden Debatten entschärfen und einen Neuanfang starten, in deren Folge die bisherigen und auch zukünftigen Beträge der DITIB wahrgenommen, aber auch die nötige Würdigung finden.

Die Entwicklungen seit 2016, welche selten von DITIB ausgegangen sind, aber fast immer auf DITIB projiziert wurden, haben nicht zuletzt wegen falscher Darstellungen und Wahrnehmungen, aber auch mancher Handlungen der DITIB, zu missverständ-lichen Deutungen geführt, die zu einer Eskalation der Debatten und zur negativen Wahrnehmung der Muslime geführt haben, welche dem gesellschaftlichen Beitrag der DITIB nicht gerecht wird.

Die Debatten der letzten drei Jahre, die zum Teil weit über das Maß der Kritik hinausgehende und zum Teil ungerechtfertigte Angriffe darstellen, aber auch die zum Teil berechtigte Kritik an der DITIB wie auch die Versäumnisse der DITIB in diesem Zeitraum, sowie die zum Teil auf Falsch- oder Fehlinformationen basierende falsche Wahrnehmung, haben nicht nur der DITIB geschadet. Vielmehr kamen wegen der Debatten um die DITIB die Anerkennungsprozesse der Muslime in vielen Bundesländern gänzlich zum Erliegen, was bei den Muslimen ein starkes Gefühl der Ausgrenzung und des Nicht-Willkommenssein vermittelt hat. Dass dies mit einer Moscheesteuer nicht zu lösen ist, dürfte allen Beteiligten klar sein.

Dass dabei neben der religiösen Arbeit der DITIB ihr sehr wichtiger Beitrag für den gesellschaftlichen Frieden und die positive Arbeit für die Integration der Muslime, insbesondere durch die soziale-, Jugend- und Frauenarbeit, aber auch ihr Einsatz bei Themen wie Islamischer Religionsunterricht, Seelsorge oder Flüchtlingshilfe ganz negiert, ins Gegenteil verkehrt oder gern übersehen wurde, hat die Muslime und die DITIB zutiefst getroffen.

Die Diskussionsatmosphäre zum Thema Islam und Muslime, die auf ein „wir“ und ein „ihr“ reduziert wird, wobei die Muslime als Gegner und als ein Problem wahrgenommen werden, schadet nicht nur den deutschen Muslimen, sondern vergiftet zunehmend unsere Debatten- und Gesellschaftskultur. Es ist dringend eine Deeskalation und eine Rückbesinnung auf Sachthemen notwendig, die den Menschen, ob Muslim oder nicht, in das Zentrum der Diskussionen und Planungen stellt, sowie den gegenseitigen Respekt zum Leitgedanken hat, nötig. DITIB möchte seinen Beitrag für diese Deeskalation leisten und einen Neuanfang in dieser Hinsicht starten. Bei diesen Schritten ist und wird die Diyanet, das Präsidium für Religion der Türkei, der DITIB als Quelle ihrer spirituellen, geistigen und religiösen Referenz auch weiterhin eine wichtige Stütze sein.

(v.l.) Adrurrahman Atasoy, Dr. Emine Seçmez, Sümeyye Öztürk Mutlu, Ahmet Dilek, Kazım Türkmen, İrfan Saral, Erdinç Altuntaş Hierbei wird DITIB seine Verantwortung als Religionsgemeinschaft in das Zentrum seiner Tätigkeiten stellen und nötige Schritte unternehmen, um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft und als weiteren Schritt auch die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts wieder aufleben zu lassen und voranzubringen.

Ein erster Schritt in diese Richtung wurde in den Bundesländern Hessen und NRW bereits unternommen, wobei die Satzung der Landes- und Regionalverbände dahingehend geändert wurde, dass sie die notwendige Selbständigkeit ohne jeden Zweifel erfüllen, damit sie auch zukünftig als Träger des bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterrichts in Hessen und NRW Partner der Landesregierung sind. Hierfür werden die Landesverbände als Träger und direkte Ansprechpartner bei den Aufgaben im Bereich des res mixta auch personell gestärkt und strukturell erweitert.

DITIB wird zusammen mit ihren Landes- und Regionalverbänden auch in den anderen Bundesländern ihren Beitrag beim Religionsunterricht und bei den Standorten für Islamische Theologie leisten, ihren Anspruch auf die Erteilung eines konfessionellen Religionsunterricht auf Grundlage des Religionsverfassungsrechts einfordern und die Anerkennung als Religionsgemeinschaft voranbringen.

Damit geht die DITIB wichtige Schritte, um die institutionelle und auch gesellschaftliche Integration der Muslime voranzubringen. Gleichwohl gibt es auf Seiten vieler Muslime die Wahrnehmung, dass, egal welche Schritte und Anstrengungen Muslime leisten, eine Anerkennung aufgrund der aufgeheizten politischen Stimmung und auch vor dem Hintergrund des Erstarkens des Populismus und Protektionismus nicht gelingen könne, weil eine Gleichstellung der Muslime nicht gewünscht sei. Die Muslime sowie ihre Vertreter haben einen Anspruch, dass hier positive Signale in Richtung einer Gleichstellung der Muslime erfolgen und diese Prozesse ehrlich, transparent und zielorientiert gestaltet werden.

Bei diesen Prozessen wird DITIB die Zusammenarbeit mit den anderen Islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland suchen und weiter stärken. Auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften wird einen weiteren Schwerpunkt dabei bilden.

Auf geänderte Bedarfe in den Moscheegemeinden, sei es aufgrund neuer Herausforderungen bei der Kinder- und Jugendarbeit, der notwendigen Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von muslimischen Frauen oder dem immer wichtiger werdenden Bereich der Seniorenarbeit in den Moscheen, wird  ein intensiver Austausch mit den Gemeinden erfolgen, um diese Bereiche voranzubringen. Dies bedeutet eine bedarfsgerechtere Ausrichtung und eine Erweiterung der sozialen Dienste in den Ortsgemeinden. Eine wichtige Aufgabe dabei wird sein, die Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit der vielen bereits bestehenden oder der neu dazukommenden Angebote von Muslimen für die Gesellschaft zu fördern. Die Professionalisierung der Wohlfahrtsarbeit kann hier eine strukturelle Integration der Muslime, ihres Beitrages und der Moscheen für diese Gesellschaft voranbringen, stärken und sichtbar machen.

Denn Moscheen sind die Orte des gelebten Islam. Hier finden die religiösen, spirituellen, sozialen und kulturellen Dienste statt. Die Diskussionen in und rund um die Deutsche Islamkonferenz versteifen sich auf Begrifflichkeiten wie liberal, konservativ, deutsch, säkular (u.ä.), und blenden diese Realität des gelebten Islam in den Moscheen leider aus.

Denn mit all ihren Diensten, ihren Moscheen und ihren Regional- und Landesverbänden ist und bleibt DITIB weiterhin der stärkste und wichtigste Garant für eine quellen- und vernunftorientierte moderate Auslegung und authentische Auslebung des Islam im Sinne der Gesamtheit der Muslime. 

Um diese wichtige Funktion und ihren  gesellschaftlichen Beitrag auch bei der Gesamtbevölkerung bekannter und sichtbarer zu machen, und auch um Missverständnisse und Versäumnisse der Vergangenheit möglichst zu vermeiden, wird DITIB zukünftig einen intensiveren Austausch mit Partnern aus Politik, Gesellschaft und Presse pflegen. Der neue Vorstand wird ihre Gedanken für die zukünftige Arbeit im Rahmen einer Pressekonferenz im Januar der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Mitglieder des am 4. Januar 2019 gewählten Vorstandes sind:

Vorstandsvorsitzender: Kazım Türkmen, Theologe, Stellv. Vorsitzender: Ahmet Dilek, Theologe, Generalsekretär: Abdurrahman Atasoy, Theologe, Buchhalter: Irfan Saral, Geschäftsmann, Vorsitzender DITIB- Regionalverband Köln, Stellv. Generalsekretärin  Dr. Emine Seçmez, Psychologin, Hochschullehrerin, Stellv. Buchhalter Erdinç Altuntaş, Ingenieur, Vorsitzender DITIB- Landesverband Baden-Württemberg, Vorstandsmitglied Sümeyye Öztürk Mutlu, Biologin, Anglistin, Stellv. Vorsitzende DITIB-Landesverband NRW, Vorsitzende DITIB-Frauenverband Region Essen

Quelle: DITIB-Bundesverband

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